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Ein Bericht von der Idee bis zum Finale

Die Entstehung zu „Mach mal P.A.U.SE. in Hamburg“ beginnt schon im Herbst 2019. Damals war noch nicht klar, dass wir es mit einem Virus zu tun bekommen sollten, das weltweit sich verbreiten und eine Pandemie auslösen sollte.

Ich, Frau Gesine Fechner, arbeite mit der leitenden Oberärztin der Uveitis-Sprechstunde Frau Prof. Dr. Stübiger vom UKE Hamburg seit 2018 in der Selbsthilfe gut zusammen. So kam es auch, dass mir Frau Prof. Dr. Stübiger im Herbst 2019 vorschlug, dass die Selbsthilfe am HUT-Tag 11.01.2020 dabei sein sollte. Das war ein Kongress nur für Ärzte, der von ihr organisiert worden war. Eine bislang einmalige und exklusive Chance den Verein Uveitis e. V. (www.uveitis-ev.de) sowie die Selbsthilfegruppe vorzustellen. Frau Müller (1. Vorsitzende von Uveitis e. V.) und Frau Hansen reisten dazu extra nach Hamburg. Während dieser Veranstaltung wurde die Idee für „Mach mal P.A.U.SE in Hamburg“ von Frau Hansen geboren.

Ich selbst konnte leider aus gesundheitlichen Gründen nicht an dieser Veranstaltung teilnehmen und erfuhr erst später von der Idee, die Frau Hansen hatte. Der Grundgedanke war gut, denn es gab seit einiger Zeit keine Arzt-/Patientenseminare mehr. So wurde die Idee Ende Februar 2020 zwischen Frau Prof. Dr. Stübiger und mir besprochen. Ab da stand fest: Das ist gut und wir versuchen es!

Nun galt es einiges zu organisieren und festzulegen. Als erstes wurde nach einem Termin gesucht. Nach einigem hin und her wurde einer gefunden. Es sollte am Samstag, 27. März 2021 stattfinden.

Schon recht schnell stellte sich heraus, dass Selbsthilfegruppe Uveitis im Norden Unterstützung brauchte, denn das Projekt wurde mit jeder Idee immer größer. So taten sich Uveitis e. V. und die Selbsthilfegruppe zusammen. Es wurde festgelegt, dass Frau Hansen und ich sich um die Organisation und der Verein die Finanzierung des Projekts kümmern sollte.

Die Idee zum Motto des Events kam mir schon sehr früh. Viele solcher Veranstaltungen klingen immer sehr nüchtern. Mein Gedanke: es sollte etwas sein, dass als positiv empfunden und gut im Gedächtnis bleibt. Kurz, knackig und griffig. So kam ich auf „Mach mal P.A.U.SE. in Hamburg“.

ausführliche Erklärung von P.A.U.SE.

Damit das Seminar auch bei Ärzten Interesse weckt, wollten wir versuchen bei der Ärztekammer Hamburg Fortbildungspunkte zu beantragen. Dabei stellte sich die Frage: Darf das überhaupt ein Verein wie Uveitis e. V.? Was ist dafür notwendig? Frau Hansen recherchierte im Internet und so erfuhren wir: ja, der Verein darf solche Punkte unter bestimmten Bedingungen beantragen. Doch zuvor galt es ein Programm festzulegen. Erst mit dem fertigen Programm konnte ich mich als Hauptorganisatorin der Veranstaltung um die weiteren benötigten Dinge für die Fortbildungspunkte kümmern.

All das geschah, während die Finanzierung durch den Verein in der Schwebe war. Im Sommer 2020 gab es erste positive Zeichen einer Krankenkasse. Man darf ja nicht vergessen: vieles kostet Geld. Selbst wenn alle Beteiligten ehrenamtlich arbeiten. Räume sind in Hamburg nur schwer kostengünstig oder gar kostenfrei erhältlich. Auch die Suche nach einem Hotel für den Vorstand und die Ansprechpartner von Uveitis e. V., das akzeptable Preise anbot, gestaltete sich über Wochen hinweg als sehr schwierig.

So nahm das Projekt im Laufe des Sommers 2020, auch mit kräftiger Hilfe von Frau Prof. Dr. Stübiger und dem Sekretariat des UKE, allmählich Gestalt an. Da Uveitis e. V. hier im Norden sowohl unter den Patienten als auch unter Augenärzten noch nicht so bekannt war/ist, wurde im Juli 2020 ein Vorab-Flyer für Ärzte angefertigt und verteilt.

Im Herbst 2020 stand dann auch die Finanzierung. Eine Krankenkasse bewilligte Uveitis e. V. eine fünfstellige Summe. Die Krankenkasse lobte sogar ausdrücklich das Motto, unter dem das Seminar stand. Ein riesiger Erfolg für alle Beteiligten. Das Projekt konnte jetzt so richtig durchstarten.

Im Herbst 2020 zeigte die Pandemie wie unberechenbar sie sein kann. Ein 2. Lockdown wurde von der Politik beschlossen und machte von da an vieles noch unsicherer. Das galt auch für das geplante Seminar. Doch die Planungen dafür wurden unvermindert weiter durchgeführt, da wir alle die Hoffnung hegten, dass es im Frühjahr 2021 besser sein würde. Ende Januar 2021 kam dann die neue Alpha-Variante des Corona-Virus auf und eine neue Infektionswelle gleich dazu. Schweren Herzens entschieden wir das Event für den 27. März 2021 abzusagen. Vorangegangene Versuche ein anderes Datum im Spätsommer 2021 zu finden, scheiterten, weil zum vorgesehenen Zeitpunkt noch Urlaubszeit war.

Immerhin signalisierte die fördernde Krankenkasse, dass sie bereit war das Projekt bei einem neuen Termin auch weiterhin zu unterstützen. Half dabei, dass die Gelder weiter dafür genutzt werden durften. Dies ist nicht zuletzt der großartigen Arbeit des zwischenzeitlich verstobenen Kassenwarts von Uveitis e. V., Herr Roland Müller, zu verdanken. Wir alle vermissen ihn sehr und bedauern, dass er die Premiere nicht miterleben durfte.

Doch aufgeben ist nicht meine Sache. Zwei neue Termine wurden gesucht und bereits im März 2021 zur Wahl gestellt. Das waren zunächst der 23. April und der 14. Mai 2022. Die Wahl fiel auf den 23. April 2022. So begann die Planung von vorne. Doch dieses Mal machte ich mir die gesammelten Erfahrungen aus dem 1. Versuch zunutze. Es heißt ja nicht ohne Grund: aus Erfahrung wird man klug.

Die Pandemie zeigte uns auch im Herbst 2021, dass so manches kaum langfristig planbar ist. Wir hatten einen Hörsaal auf dem Gelände des UKE reserviert. Doch bis heute ist es nicht erlaubt, dass dort Events stattfinden dürfen. Das stellte die Planungssicherheit gehörig infrage. Wir alle hatten gehofft, dass die Impfkampagne gegen das Coronavirus im Herbst wieder mehr möglich macht. Doch das Virus sollte die gesamte Planung bis zum Finale prägen.

Ein Rat eines Referenten für das Seminar ließ uns noch einmal über alles nachdenken. Es stand fest: Wir brauchten Planungssicherheit! So machten Frau Müller und ich uns auf die Suche nach anderen Räumlichkeiten. Am Ende wurde ich über das Internet fündig. Leider war der Raum für den 23. April 2022 bereits vergeben. Deshalb nannte uns der Vermieter alternative Termine. Einer davon sagte uns zu, aber es galt auch die Referenten zu fragen, ob Ihnen der neue Termin in deren Terminkalender passt. Bis auf Frau Dr. Fuisting und Herrn Prof. Dr. Deuter aus Tübingen sagten alle für den neuen Termin am 09. April 2022 zu und die neuen Räumlichkeiten wurden fest gebucht.

Doch die Probleme rissen nicht ab. So ist das nun einmal, wenn man eine solche Veranstaltung über lange Zeit plant. Nachdem der neue Raum vertraglich für diesen Tag gemietet war, das Hotel sich auch bereit erklärte „mitzuziehen“, erreichte uns die Absage von Herrn Prof. Dr. Thurau aus München für den neuen Termin. Das machte es nötig ein völlig neues Programm mit anderen Referenten aufzustellen. Aufgeben war wie gesagt nie eine Option für mich, denn das Projekt war für mich inzwischen zur Herzensangelegenheit geworden.

Ende Oktober 2021 rief mich dann Frau Prof. Dr. Stübiger ganz überraschend an und stellte mir einen anderen Verein vor, mit dem sie Anfang November 2021 ein Zoom-Meeting über Uveitis durchführen wollte. So kam eine neue Kooperation zwischen uns und NIK e. V. -Netzwerk Autoimmunerkrankter – (www.nik-ev.de) zustande. Mit Frau Renner (Vorstand NIK e. V.) nahm ich recht schnell Kontakt auf. Frau Prof. Dr. Stübiger verriet mir während des Telefongesprächs auch, dass Frau Renner jemand hat, der sich im IT-Bereich um die Betreuung der Zoom-Meetings kümmert.

Dieser neue Kontakt war am Ende der entscheidende Punkt, damit „Mach mal P.A.U.SE. in Hamburg“ auch wirklich stattfinden konnte. Die Idee zu einem Hybrid-Event war geboren. Frau Renner zeigte sich sehr hilfsbereit. Sie nannte mir die Person, die sich um die Zoom-Meetings bei ihr kümmert und gab mir dessen Kontaktdaten. Auch dieser Kontakt wurde von mir schnell hergestellt und die Person erklärte sich bereit nach Hamburg zu kommen, um die Veranstaltung für die Übertragung ins Internet zu betreuen.

Es gab noch viele Schritte zu erledigen, bis es soweit sein sollte. Ab Ende Januar 2022 galt es die Werbetrommel kräftig zu rühren. Besonders Ärzte wurden durch verschiedene Wege angesprochen. Ein ganz wichtiger Kontakt kam wieder einmal mithilfe von Frau Prof. Dr. Stübiger zustande: einen Eintrag auf den Veranstaltungskalender der Internetseite der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (kurz DOG). Schließlich sollte die Reichweite durch Zoom ausgenutzt werden.

Corona war längst nicht vorbei und wird es wohl auch nicht so schnell sein. Deshalb durfte auch dies nicht für diejenigen außer Acht gelassen werden, die gern vor Ort dabei sein wollten. So entwickelten Frau Prof. Dr. Stübiger und ich ein Hygienekonzept. Sich sicher im Raum zu fühlen, war uns allen wichtig.

Das Finale rückte immer näher. Ende Februar 2022 stand endlich fest: wir ziehen das jetzt durch! Doch kaum war das endgültig, kam die nächste Hiobsbotschaft. Die Person, die das Zoom-Meeting betreuen sollte, sagte mir 4 Wochen vor Beginn ab. Jetzt stand die wichtigste Säule des Events auf der Kippe. Ein Schock, aber aufgeben war keine Option! So krempelten Frau Hansen und ich die Ärmel hoch und zückten unsere Handys. Jede noch so kleine Möglichkeit wurde versucht. Nachrichten per Messanger gingen hin und her. Am Ende war die Suche dank Frau Hansen erfolgreich und das binnen einer Woche! Ganz besonders ich konnte nun tief durchamten, denn je näher das Finale rückte umso mehr stieg mein Lampenfieber.

Dann kam der große Tag. Bei mir lagen die Nerven benähe blank. Schon morgens rief mich Herr Dr. Foeldvari an und teilte mir mit, dass er es nicht rechtzeitig nach Hamburg schaffen würde, um den Vortrag zu halten. Für Ersatz hatte er zuvor selbst schon gesorgt: Frau Dr. Tatsis vertrat ihn. Warum ich nur so ruhig nach dem Anruf geblieben war, ist mir bis heute ein Rätsel. Vielleicht hatte ich zu viele andere Gedanken in diesem Moment.

Ich war die erste, die morgens im Seminarraum eintraf und ich machte mich an die Arbeit. Es sollte alles bereit sein, wenn die ersten Teilnehmer eintrafen. Schon kurze Zeit später traf der Mitarbeiter für die Tontechnik ein und begann die Technik aufzubauen. Wenige Minuten danach kamen die beiden Männer für die IT an. Ab diesem Zeitpunkt ging alles wie von selbst. Erst im Nachhinein kann ich darüber nur staunen.

Von links nach rechts Frau Prof. Dr. Stübiger, Frau Müller und Frau Fechner bei der Begrüßung

Mit einigen Minuten Verspätung begann dann „Mach mal P.A.U.SE. in Hamburg“. Frau Müller, Frau Prof. Dr. Stübiger und ich begrüßten alle anwesenden im Raum und über das Internet. Frau Hansen moderierte und achtete auf die Zeit. Es lief alles beinahe problemlos. Selbst die Zuschaltung aus Freiburg von Herrn Prof. Dr. Neß, der aus Zeitgründen darum gebeten hatte, funktionierte sehr gut. Das hatte mir bis zuletzt echte Sorgen gemacht. So bin ich halt, wenn es um eine Herzensprojekt geht. Das gesamte Event war am Ende ein voller Erfolg. Knapp 40 Teilnehmer inkl. Referenten waren vor Ort und fast weitere 40 Menschen haben es über Zoom verfolgt.

Herr Mautone berichtet: „Was ist Uveitis?“

Dieser Bericht soll einmal zeigen das es nicht immer ist wie es von außen scheint. Einfach nur einen Termin, Ort, Themen und Referenten zu suchen – damit ist es nicht getan. Es sind die vielen kleinen Dinge, die viel Arbeit machen. Auch die Rückschläge sind nicht zu verachten. Mir hat die gesamte Planung viel Spaß gemacht. Ich hoffe, dass dieses Seminar unter demselben Motto in ca. 2 Jahren wieder stattfinden kann.

Zu guter Letzt möchte ich mich ganz herzlich bei allen Beteiligten, die an dieser Sache mitgewirkt haben, bedanken. Egal wie groß oder klein die Aufgabe war. Mein Dank gilt ganz besonders Frau Rindfleisch (Sekretärin in der Augenklinik des UKE). Ihre Unterstützung war in so mancher Hinsicht von zentraler Bedeutung. Auch Frau Prof. Dr. Stübiger sei hier im Besonderen erwähnt. Ihre Ratschläge waren immer sehr wertvoll. Vielen herzlichen Dank dafür. Ein extra Dankeschön geht auch an Frau Müller (1. Vorsitzende des Vereins), die mir immer zur Seite stand und mir auch gelegentlich „den Kopf gewaschen“ hat, wenn es nötig war.

Herr Lohmann spricht ein paar Worte und Frau Prof. Dr. Stübiger stellt das Dankeschön des UKE für die Organisatorinnen Frau Hansen und Frau Fechner bereit.

Autorin: Gesine Fechner

Schon mal gehört? Diese oder ähnliche Aussagen? Am Arbeitsplatz oder im privaten Umfeld?

Diesen Bemerkungen sind gerade Patienten mit einer mittlerer oder hinterer Uveitis ausgesetzt

Sind Ihnen die vielsagenden Blicke der Kollegen aufgefallen? Das Gerede – oft hinter vorgehaltener Hand?

Die Kollegen, die ihre Giftpfeile abschießen, sobald sie Mehrarbeit leisten müssen. Und das wegen einer „unsichtbaren“ Augengeschichte. Schnell hat man das Gefühl, „Wiedergutmachung“ leisten zu müssen. Man hat ja schließlich ein Gewissen!

Freilich haben wir alle schon mal einspringen müssen, weil ein Kollege fehlte. Allerdings sind deren Erkrankungen im Normalfall „alltäglicher“.

Mir ist ein Fall bekannt, da wurde einer Frau angeraten zu kündigen, um den Kollegen nicht länger zur Last zu fallen und einem gesunden Menschen Platz zu machen.

Übel ist, dass sich durch das schlechte Sehen Fehler einschleichen. Selbst bei alltäglichen Routinearbeiten kommt es immer wieder dazu – sie fallen dem Betroffenen einfach nicht auf. Sie werden übersehen! Die visuelle Leistung ist schlicht überfordert und die sonst gewohnten Leistungen sind nicht zu erbringen.

Selbst wenn ein Auge gesund ist und der Visus gut ist, können wir dennoch nicht richtig sehen. Es ist nicht möglich, das fehlende Gesichtsfeld von jetzt auf gleich zu kompensieren – auch nicht von jetzt auf nachher. Es dauert einfach seine Zeit.

Bei einem akuten Schub ist es schlicht nicht möglich, zur Arbeit zu gehen. Es kommt unweigerlich zur Krankmeldung.

Die Aussage eines Arbeitgebers war für einen unserer Patienten wie ein Schlag ins Gesicht: „Was heißt, sie sind arbeitsunfähig, sie können momentan nicht gut sehen? Ihr Auge ist entzündet!? Sie haben doch zwei Augen, dann machen sie das eine halt zu!“ Wer in diesem Fall keinen Behindertenstatus hat – der ihm/ihr ein wenig Sicherheit gibt – ist arm dran.

Solche Kommentare und Verurteilungen führen dazu, dass man meint, sich rechtfertigen zu müssen – sich schuldig zu fühlen oder noch schlimmer, sich entschuldigen zu wollen. Nur dafür, dass man nichts sieht am Auge.

Kann man so etwas glauben? Gibt es wirklich solche Unverfrorenheit?

Uveitis-Patienten mit einer vorderen Uveitis können von „Glück“ reden, dass sie ein rotes Auge haben: Jeder kann es sehen! Aber wer hatte nicht schon mal ein rotes Auge? Erklärungen, dass man an einer Uveitis erkrankt ist, kann man sich sparen. Meistens kommt die Frage: „Uveitis – was ist das?“. Auf die Antwort, dass es eine Entzündung im Auge ist, folgt prompt die Reaktion: „Ach ja, das hatte ich auch schon – eine Bindehautentzündung.“

Die Bindehautentzündung wird aus der Unwissenheit oft mit Uveitis gleichgestellt.

Über dem ganzen Übel kreist ständig die Angst um den Arbeitsplatz, so dass der Teufelskreis, der Negativstress verursacht, immer wieder neue Schübe auslösen kann und schwer zu durchbrechen ist.

In der Realität bringen nur wenige Vorgesetzte und Kollegen wirkliches Verständnis und Toleranz gegenüber dem Betroffenen auf.

Toleranz

Toleranz ist nicht nur im Arbeitsleben so eine Sache. Im gesamten Umfeld sucht man als Betroffener danach. Z. B. in der Verwandtschaft. In der Verwandtschaft muss man trennen, zwischen dem engeren Familienkreis und der entfernteren Verwandtschaft. Diese sind nicht wirklich sicher einzuordnen. Da kommt es doch sehr auf das Miteinander an. Doch auch hier heißt es immer wieder: „Aber man sieht ja nichts!“

Auch die Vermutungen, woher denn diese Entzündungen rühren, sind recht vielseitig. Könnte es nicht Zugluft sein, zu viel Fernsehen, zu viel bei schlechtem Licht gelesen, die offenen Fenster beim Autofahren, vielleicht passt die Brille nicht mehr etc. …

Diese Vermutungen haben sich innerhalb meiner Verwandtschaft bis heute – nach 17 Jahren Uveitis – hartnäckig gehalten. In der entfernteren Verwandtschaft dauert es oft viel länger, bis eine Akzeptanz besteht, als es im engeren Familienkreis der Fall ist.

Die Familie bemüht sich, die Krankheit und den Betroffenen zu verstehen, helfend und unterstützend zur Seite zu stehen, was sicher nicht einfach ist. So ist es für kleinere Kinder nicht immer zu verstehen, warum Mama oder Papa nicht rumtoben und mitspielen können, warum sie/er bei schönem Wetter nicht im Garten spielen wollen oder warum kann Mama oder Papa nicht Auto fahren? Es sind schwierige Zeiten für die Familien.

Wie steht es mit Freunden und Bekannten? Anfangs haben auch sie Probleme im Umgang mit der Erkrankung.

„Wie, du kommst nicht mit?“

Sie verstehen nicht, wieso der Kinoabend ein Problem sein kann. Aber wer geht ins Kino, wenn das Leinwandgeschehen nur unscharf und verschwommen zu sehen ist? Oder warum das allwöchentliche Sportprogramm pausieren muss? Ebenso alle anderen normalen Aktivitäten, die ein Uveitis-Patient während eines Schubes hintenanstellen muss.

Jeder Patient reagiert anders auf solche Situationen.

Dazu kommen noch die Nebenwirkungen der verschiedenen Medikamente. Nehmen wir nur das Kortison: Gefühlsschwankungen und schlaflose Nächte durch Kortison kennen wir alle.

Da reicht das Spektrum über „Lass mich in Ruhe!“ bis hin zu „Lass mich nur nicht allein!“ oder „Geh weg, aber halt mich fest!“. Gelassenheit, tiefstes Loch, Übellaunigkeit, Verkriechen oder Hyperaktivität. Ja sogar Zorn! Alle Hochs und Tiefs werden durchwandert. Alles, alles ist vertreten: Depression und Aggression. Gewichtszunahme und Mondgesicht sind dabei nur Äußerlichkeiten, aber sie tragen zum Gemütszustand bei und sorgen unter Umständen wieder für verletzende Kommentare aus unserem sozialen Umfeld.

Unser soziales Umfeld

Es gibt diejenigen, die einen in Ruhe lassen. Was absolut in Ordnung ist und solche, denen ungemein geistreiche Nettigkeiten einfallen, auf die ein Uveitis-Patient so gern verzichten kann.

Geistreiche Fragen voller Zynismus: „Hast Du keinen Führerschein mehr?“ – Autofahren ist halt nicht möglich bei einer akuten Entzündung.

„Du grüßt wohl nicht mehr jeden?“ – Die Gesichter vertrauter Personen erkennt man schon auf geringere Entfernungen nicht mehr.

„Bist Du unter die Super-Stars gegangen?“ – Weil die Sonnenbrille auch an Tagen ohne Sonnenschein nötig ist.

Wenig aufmunternd sind auch die diversen Anspielungen auf das blaue Auge nach einer Kortisonspritze – da wird gnadenlos spekuliert und der vermutete Ehekrach ist da noch das Geringste.

Diese Liste der Anspielungen könnte ich noch lange weiterführen. Wie ich aus Gesprächen mit Patienten erfahre, gibt es Äußerungen, die wir uns kaum vorstellen können.

Leider ist man in diesen Fällen nicht immer schlagfertig genug, oder der Anstand verbietet einem die Antwort. Um diese Kommentare wegzustecken, braucht man ein dickes Fell. Oder es passiert schon mal, dass man seine gute Erziehung vergisst!!!

Doch nicht alle unsere Mitmenschen sind über einen Kamm zu scheren. Doch während eines Uveitis-Schubes sind wir Uveitis-Patienten verletzlicher als im Normalfall. So manche als Scherz gedachte Äußerung trifft uns unerwartet hart. Es gelingt uns nicht, die Späße der anderen zu verstehen. Wir stecken zu tief in unserem Loch.

Jeder von uns fragt sich: Wie geht es weiter? Wie viele Schübe kommen noch? Wie lange machen meine Augen das noch mit und kommt es irgendwann zur Blindheit?

Immer wieder höre ich von Betroffenen, dass sie durch den Verlust von Flexibilität und Mobilität als ungeschickt und tollpatschig hingestellt werden. Schnell wird man auch zum Alkoholiker abgestempelt, wenn durch das schlechte Sehen das Gleichgewicht so gestört ist, dass man beim Gehen ins Taumeln kommt.

Mein persönliches Fazit: Vieles wäre für uns einfacher, wenn die Uveitis den Bekanntheitsgrad einer Erkältung hätte.

Damit die Aufmerksamkeit für Uveitis-Patienten in der Öffentlichkeit weiter geschärft wird, sind Seminare und Informationsveranstaltungen notwendig, um zu informieren, aufzuklären und Patienten wie ihren Angehörigen Mut zu machen.

Autorin: Gaby M., Januar 2018

Ein Schäfer wird gefragt, wie viele Schafe er eigentlich habe. „Keine Ahnung“, sagt er. „Wenn ich anfange zu zählen, schlafe ich immer ein!“

„Na, Thomas, wie hat dir denn der Besuch im Zoo gefallen?“
„Prima, Tante Anna, da laufen ja alle Schimpfwörter lebendig herum.“

Jeder kennt das: wenn man eine bestimmte Diagnose bekommt und daraus auch noch Einschränkungen (egal ob physisch und/oder psychisch) davonträgt, traut man sich nicht unbedingt mehr alles zu, was früher selbstverständlich war. Man entwickelt Ängste und ist sogar teilweise übervorsichtig. Doch wie damit umgehen oder gar ändern? Schließlich ist man in bestimmten Situationen doch machtlos, oder?

Machtlos? Nein, nicht unbedingt! Selbstvertrauen kann man trainieren und das im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Möglichkeit sind Selbstverteidigungskurse.

Uns wurde ein erstes Handout dazu zur Verfügung gestellt, dass wir hier gern weitergeben möchten. Man glaubt gar nicht mit welchen einfachen Mitteln das möglich ist. Doch lesen Sie selbst.

Handout Einführung Selbstbehauptung und Selbstverteidigung.pdf

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Wir danken hier ausdrücklich dem Ehepaar Bernhard aus Inzell, die uns den Artikel freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Bauarbeiter Müller liegt mit einem Beinbruch im Krankenhaus. Der Chef besucht ihn: „Mensch Müller, wie konnte so etwas passieren?“
Müller: „Habe mit Schulze Material transportiert und bin auf einer Schnecke ausgerutscht!“
Chef: „Haben Sie die Schnecke denn nicht gesehen?“
Müller: „Eben nicht – die kam von hinten!“

Knichels kommen aus den Ferien. Sie haben zum ersten Mal Camping gemacht.
„Es hat doch dieses Jahr so viele Stechmücken gegeben“, sagt Knichels Freund, „haben die euch denn nicht arg zugesetzt?“
Schnippisch antwortet Frau Knichel: „Nein, in der ersten Hälfte der Nacht war mein Mann immer so betrunken, dass er die Stiche nicht gespürt hat. Und in der zweiten Hälfte der Nacht waren die Viecher so betrunken, dass sie nicht mehr stechen konnten!“

„Vati, warum sind die sibirischen Windhunde so schnell?“
„Ganz einfach: Weil die Bäume da so weit auseinander stehen!“

Was ist ein Glaukom?

Ein Glaukom ist eine schwerwiegende chronisch verlaufende Augenerkrankung und ist im Volksmund besser unter „grüner Star“ bekannt. Oft wird diese Erkrankung mit dem „grauen Star“ (im medizinischen Katarakt genannt) verwechselt. Letzteres ist nichts anderes als die schleichende Eintrübung der Linse und kann durch einen operativen Eingriff schnell behoben werden.

Ein Glaukom ist eine Erkrankung des Sehnervs. Dabei ist ein zu hoher Druck im Auge ursächlich, der durch das Kammerwasser entsteht. Das Kammerwasser wird für die Nährstoffversorgung bestimmter Teile im Auge benötigt und darüber hinaus ist es auch für die Erhaltung der Form des Auges verantwortlich. Andernfalls wäre ein Sehprozess wie wir es kennen gar nicht möglich und es würde etwa aussehen wie ein Luftballon, dem die Luft verloren geht.

Das Kammerwasser wird im Ziliarkörper gebildet. Diese Flüssigkeit muss auch aus dem Auge wieder abtransportiert werden. Das geschieht über ein Gewebegeflecht (Trabekelwerk) im Kammerwinkel des Auges. Dieser Abschnitt ist immer wieder anfällig für „Verstopfungen“. Ist der Abfluss des Kammerwinkels behindert, kann daraus ein Glaukom entstehen. Bildhafter gesagt: die Badewanne läuft allmählich voll und schlimmstenfalls sogar über, weil sie über keinen weiteren Abfluss verfügt.

Nun ist das Auge keine Badewanne, bei dem etwas über die Ränder fließen kann, aber der Vergleich damit macht es besser vorstellbar. Das Kammerwasser kann nicht mehr ungehindert abfließen. Also staut es sich im Auge und erhöht so den Augeninnendruck. Bei einer Badewanne, die droht überzulaufen, würde man vielleicht zu einem Rohrreiniger greifen oder gar den Klempner rufen. Doch bei einem zu hohen Augeninnendruck ist das nicht so einfach, weil der Kammerwinkel mikroskopisch klein ist. Steigt also der Druck im Auge, wird ein anderer Teil verdrängt bzw. zusammengepresst. Am Ende der Kette trifft es die Netzhaut (Retina) und vor allem den sehr empfindlichen Sehnevkopf (Papille).

Was ist ein normaler Augeninnendruck?

Der normale Augeninnendruck sollte sich zwischen 10 mm Hb und 21 mm Hg bewegen. Hg ist das chemische Element für Quecksilber. Schwankungen sind völlig normal, wenn sich der Wert innerhalb dieses Rahmens bewegt. Es gibt allerdings auch Ausnahmen (s. Formen).

Was können die Folgen eines Glaukoms sein?

Wird ein Glaukom nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, entstehen vorwiegend am Sehnerv irreparable Schäden. Dies kann dann häufig zu Sehverlusten im äußeren und/oder zentralem Gesichtsfeld und im schlimmsten Fall bis zur völligen Erblindung des betroffenen Auges führen. Etwa 20 % aller Erblindungen in Deutschland pro Jahr sind auf ein Glaukom zurückzuführen.

Glaukome zählen in der westlichen Welt zu den drei häufigsten Ursachen einer Erblindung.

normale Perspektive
Sehverlust im zentralen Gesichtsfeld und wird häufig von Betroffenen nicht bemerkt
Ein bereits massiver Ausfall

Was sind die Symptome?

Die Symptome eines Glaukoms sind häufig sehr unspezifisch und werden oft damit nicht in Verbindung gebracht. Das macht das Glaukom als Augenerkrankung besonders tückisch. Symptome bei sehr hohem Augendruck können sein:

Es gibt aber auch Symptome wie Sehstörungen und Lichtempfindlichkeit, die sehr eindeutig sind. Vor allem ein sogenannter Glaukomanfall (auch als Winkelblock bezeichnet) kann sich mit einer Reihe dieser Symptome bemerkbar machen. Ein solcher Anfall gilt als Notfall. Dann ist ein rascher Besuch beim Augenarzt oder sogar in einer Notfallambulanz einer Klinik angebracht, weil das Augenlicht massiv bedroht ist.

Im Frühstadium eines Glaukoms sind auch immer wieder gar keine Symptome zu verzeichnen. Es ist völlig schmerzfrei und das ist gefährlich, denn im Frühstadium sind die meisten Schäden mit der richtigen Therapie vermeidbar oder zumindest aufhaltbar.

Deshalb ist Früherkennung bei einem Glaukom so wichtig. Eine Vorsorgeuntersuchung ab dem 40. Lebensjahr wird daher empfohlen. Leider ist in Deutschland die Messung des Augeninnendrucks (Tonometrie) bei gesetzlich Versicherten Personen seit einigen Jahren eine s. g. individuelle Gesundheitsleistung (kurz iGeL), die von jedem selbst zu zahlen ist. Das schreckt so manchen ab und er/sie verzichtet darauf. Doch es ist eine gute Möglichkeit ein Glaukom im Frühstadium rechtzeitig zu erkennen. Ist erst einmal ein Glaukom diagnostiziert, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland zumeist die Messung des Augeninnendruckes mittels Tonometrie.

Was sind die Ursachen/Risikofaktoren eines Glaukoms?

Die Ursachen und Risikofaktoren sind sehr vielfältig. Das können sein:

Wie wird ein Glaukom diagnostiziert?

Als erstes für die Diagnostik eines Glaukoms steht ein Sehtest zur Verfügung. Hier können schon erste Auffälligkeiten erkannt werden, denn Menschen haben häufig ein starkes (dominantes) und ein schwächeres Auge. Wenn z. B. sich beim schwächeren Auge ein Glaukom entwickelt, übernimmt häufig das dominantere Auge und gleicht so manchen Sehverlust aus. Das menschliche Gehirn kann sich also auch täuschen/überlisten lassen. Bei einem Sehtest ist das nicht möglich, da jedes Auge einzeln diesen machen muss.

Hinzu kommt bei der Diagnose die Untersuchung an der Spaltlampe. Der Augenarzt geht dabei Schritt für Schritt vor und beurteilt bei noch kleiner (enger) Pupille den vorderen Augenabschnitt. Dabei misst er auch den Augeninnendruck (Tonometrie). Dazu werden dem Patienten fluoreszierende Augentropfen in jedes Auge verabreicht. Das dient der Anfärbung und einer kurzzeitigen Betäubung der Hornhaut (ca. 15 Minuten). Mit einem kleinen Köpfchen, das auf die Hornhaut für wenige Sekunden geführt wird, und blauem Licht wird der Augeninnendruck gemessen.

Spaltlampe

Ein weiterer Schritt bei der Diagnose kann die Überprüfung des Gesichtsfeldes beider Augen sein. Das ist eine Untersuchung, die in einem Gerät stattfindet, das wie ein großer halbierter Globus wirkt. Dabei wird ein Auge abgedeckt und das andere fixiert einen festen Punkt in der Mitte. Der Patient bekommt zudem einen Knopf in die Hand, auf den er drückt, wenn er einen Punkt mit dem freien Auge erkannt hat. Es ist ein wenig wie ein in die Jahre gekommenes Computerspiel. Doch es ist in der Diagnostik wichtiger Bestandteil, um festzustellen ob und welche Schäden ein Glaukom bereits angerichtet haben kann.

Perimetrie- bzw. Gesichtsfeluntersuchung

Als letztes in der Diagnostik kommt häufig die Untersuchung des hinteren Augenabschnittes mit der Netzhaut und dem Sehnervkopf. Dazu wird die Pupille mit Augentropfen vorübergehend weit gestellt. Diese Untersuchung wird häufig als unangenehm empfunden, weil der Augenarzt mit einem starken Lichtstrahl ins Auge leuchten muss, um die Situation beurteilen zu können. Doch es ist eine sehr sichere Diagnosemöglichkeit. Vor allem in einem fortgeschrittenen Stadium, denn nicht immer ist ein Glaukom allein an den Druckwerten zu erkennen. Dann ist die Beurteilung der Netzhaut und des Sehnervkopfes durch einen erfahrenen Augenarzt von zentraler Bedeutung.

Wie wird ein Glaukom behandelt/therapiert?

In aller erster Linie kommen Augentropfen zum Einsatz, die den Abfluss der Kammerwassers fördern sollen. Damit fungieren sie beinahe wie ein „Rohrreiniger“ und hindern somit „die Badewanne“ am Überlaufen. Sie sind ein ganz wichtiger Bestandteil der Therapie. Die Wirkstoffe der Augentropfen setzen an verschiedenen Stellen an, um den Augeninnendruck auf ein normales Maß zu reduzieren. Manchmal verordnet der Arzt auch Tropfen mit unterschiedlichen Wirkungsweisen in einer Kombination. Eines ist bei alldem sehr wichtig: der Patient sollte Selbstdisziplin beweisen. Wenn die Tropfen regelmäßig und korrekt nach ärztlicher Verordnung anwendet werden, kann das Fortschreiten des Glaukoms aufgehalten oder sogar gestoppt werden.

Leider setzen etwa 2/3 der Patienten die verordneten Augentropfen nach etwa 6 Monaten oder sogar früher eigenmächtig wieder ab, weil sie keine Verbesserung erkennen können. Doch eine Verbesserung ist nicht das Ziel. Die wirkliche Absicht ist die Senkung des Augeninnendrucks und damit ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Schäden, die bis zur Diagnose und Beginn der Therapie am Sehnerv entstanden sind, können auch die besten Augentropfen nicht wieder rückgängig machen. Daher ist die eigenmächtige Absetzung der verordneten Augentropfen sehr gefährlich für den Erhalt des Augenlichtes. Augenärzte appellieren immer wieder: niemals die Augentropfen ohne Absprache absetzen! Wenn die Nebenwirkungen zu unangenehm sein sollten, ist es sehr ratsam den Augenarzt nach einer Alternative zu fragen.

Apropos Nebenwirkungen. Kein Medikament, das ohne ist. Die Augentropfen, die zur Absenkung des Augeninnendrucks in der Therapie eingesetzt werden, können Brennen, Juckreiz und/oder trockene Augen verursachen. Manchmal kann auch ein verstärkt tränendes Auge auftreten. Dazu können sich noch u. a. ein Fremdkörpergefühl im Auge, verschwommenes sehen oder Kopfschmerzen gesellen. Diese können sich in einer sehr unterschiedlichen Intensität bemerkbar machen. Das hängt vom Wirkstoff ab und wird von jedem Patienten anders wahrgenommen.

Weitere Informationen zur medikamentösen Therapie eines Glaukoms finden Sie unter http://www.glaukom.de/medikamentose-therapie/ oder https://www.shg-glaukom-berlin.de/therapien/drucksenker/

Wenn die Therapie mit Hilfe von Augentropfen nicht ausreicht, gibt es darüber hinaus auch Therapiemöglichkeiten mit Tabletten. In sehr akuten Fällen besteht sogar die Möglichkeit von Infusionen, die allerdings nur als sehr kurzfristige schnelle Lösung gedacht sind und nur während eines stationären Aufenthaltes verabreicht werden.

Ist ein Glaukom sehr ausgeprägt, kann eine Operation am betroffenen Auge ein weiteres Mittel in der Therapie sein. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. In allererster Linie kommen aber Lasertechniken zum Einsatz, die den Ziliarkörper stellenweise abtöten, um die Bildung des Kammerwassers einzuschränken. Um das Beispiel mit der Badewanne wieder aufzugreifen: man dreht ein wenig den Wasserhahn zu.

Eine weitere operative Option wäre beispielsweise das Kammerwassers durch ein künstliches geschaffenes Loch in der Iris abfließen zu lassen.

Es gibt auch Medizinprodukte (Baerveldt, Ahmed-Valved usw.), die in einer sehr aufwendigen Augenoperation dem Patienten implantiert werden. Solche Implantate bestehen zumeist aus Silikon und wirken wie eine Drainage. Um bei der Badewanne zu bleiben: sie bekommt einen zusätzlichen Abfluss, der die Funktion des alten unterstützt oder gar ersetzt. Solche Operationen sind zumeist das letzte Mittel der Wahl, weil sie so einige Risiken in sich birgt.

Welche Formen des Glaukoms gibt es?

Ja, es gibt sogar unterschiedliche Formen des „grünen Stars“. Die Form hängt u. a. von der Ursache ab und dementsprechend wird auch die Therapie ausgerichtet. Es gibt folgende Formen:

Ein Fazit: Das Glaukom oder den Verdacht auf dessen sollte also nie auf die leichte Schulter genommen werden. Wenn „die Badewanne“ erst einmal überläuft, ist es oftmals schon sehr spät oder gar zu spät.

Sollten von Uveitis betroffene Menschen noch etwas zum Glaukom wissen?

Ja, unbedingt. Die Uveitis ist, wie schon hinlänglich bekannt, eine entzündliche Augenerkrankung, die oft chronisch bzw. wiederkehrend (rezidivierend) verläuft. Im Zuge der Erkrankung treten häufig Komplikationen auf. Dazu zählt auch ein Glaukom. Was dabei die „Verstopfung“ verursacht ist bekannt. Es sind Eiweißproteine, die durch den Entzündungsprozess bei einer Uveitis entstehen. Diese Proteine schwimmen frei im Auge herum und sind zu groß für den Abfluss durch den Kammerwinkel.

Viele Formen der Uveitis werden zudem mit Kortison behandelt und erhöhen den Augeninnendruck zusätzlich oder das Risiko dafür steigt zumindest. Deshalb ist es besonders wichtig den Augeninnendruck bei Patienten mit Uveitis regelmäßig zu kontrollieren. In diesen Fällen muss nicht einmal die Diagnose Glaukom erst gestellt sein, um die Messung (Tonometrie) beim Augenarzt durch die gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland bezahlt zu bekommen. Es ist zumeist ein routinemäßiger Bestandteil der Untersuchung bei Diagnose Uveitis.




Autor:
Gesine Fechner


Mithilfe/Korrketur durch:

Dr. med. Marc J. Mackert (Oberarzt Glaukomambulanz Augenklinik München Campus Innenstadt); Prof. Dr. med. Christoph. Hirneiß (niedergelassener Augenarzt in München und früherer Obrarzt der Glaukomambulanz Augenklinik München Campus Innenstadt) www.prof-hirneiss.de/Startseite/; Prof. Dr. med. Nicole Stübiger (Oberärztin Augenklink Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf)

Der Mensch hat 5 Sinnesorgane. Mit der Haut fühlt, der Nase riecht, der Zunge schmeckt, den Ohren hört und mit den Augen sieht er. Ein Zusammenspiel, dass die Evolution geschaffen hat. Eines der wichtigsten davon ist das Auge.

Wir wollen Ihnen hier einmal die Leistungsfähigkeit des Auges aufzeigen. Es ist dafür sehr klein. Doch spielt sich dort so viel ab, dass es dafür sogar eine eigene medizinische Abteilung gibt.

Etwa so groß wie eine 2 Euro Münze ist im Durchschnitt das menschliche Auge

Das Auge kann etwa 20 Millionen Farben unterscheiden und ist etwa so groß wie ein 2 Euro Stück. Das Volumen beträgt es lediglich ca. 2 cm³. Schon allein diese Zahlen sind faszinierend für das was unser Auge bei seiner geringen Größe leistet. Interessant ist der Vergleich mit einer Fotokamera. Die Ähnlichkeiten dazu sind verblüffend. Allerdings ist der Unterschied auch gravierend: das menschliche Auge kann dreidimensional seine Umgebung abbilden. Die Fotokamera nur zweidimensional. Das Licht muss in beiden Fällen einen bestimmten Weg zurücklegen, damit ein Bild entsteht.

Bei der Fotokamera fängt es mit der Linse im Objektiv an. Beim Meschen mit der Hornhaut (lat. Cornea) an. Im Durchmesser ist die Hornhaut ca. 12 mm groß und damit erheblich kleiner als eine 1 Cent Münze. Die Hornhaut hat eine Brechkraft von ca. + 40 bis + 44 Dioptrien und hat damit sogar eine höhere Brechkraft als die Linse. Stellen Sie sich das einmal als Brillenglas vor. Kaum vorstellbar. Bestenfalls ist dies mit der Dicke eines Aschenbechers noch vergleichbar. Dabei ist die Hornhaut in der Mitte etwa 0,52 mm und an dessen Rand (auch als Limbus bezeichnet) ca. 0,67 mm dick. Etwa so dick wie ein menschliches Haar. Kaum zu glauben was die Natur im Laufe der Zeit geschaffen hat.

Die Krümmung unserer Hornhaut birgt auch ein kleines Geheimnis. Sie macht im Übrigen 2/3 des scharfen Sehens im vorderen Augenabschnitts aus. Wenn das Licht auf die Hornhaut auftritt, wird es durch deren Krümmung gebrochen und gebündelt, dass es zentral weiter in den hinteren Bereich des Auges gelangen kann. Ist schon auf der Oberfläche der Hornhaut eine winzige Unebenheit zu finden, wird das Licht nicht exakt gebrochen und es streut dadurch. Es spiegelt sich dann in der Schärfe des Sehens wider. Manche Brillenträger kennen das vielleicht schon.

Die Hornhaut hat noch eine weitere erstaunliche Eigenschaft: sie kann sich in der obersten Schicht regenerieren. Wenn also das sprichwörtliche Sandkorn im Auge auftritt und dieser winzige Kratzer an der Hornhaut verursacht, dann ist diese in der Lage, ohne irgendwelche Narben wiederherzustellen. Meist geschieht dieser Prozess in der Nacht während wir schlafen.

Eine Hornhaut hat die Fotokamera leider nicht. Dafür aber eine Blende und eine Linse. Die Blende ist beim Meschen ist die Pupille und wird durch die Regenbogenhaut (griech. Iris) gebildet. Die Iris ist ein sehr auffälliger Teil des Auges, denn hier ist die jeweilige Augenfarbe eines Menschen auf den ersten Blick zu erkennen. Bei Tag bzw. viel Licht zieht sich die Iris zusammen (kleine Pupille) und bei Dunkelheit – geringer Helligkeit – öffnet sie sich (große Pupille). Das dient zur Regulierung des Lichteinfalls und damit auch zum Schutz der Netzhaut, die sonst bei einem längeren Blick z. B. direkt in die Sonne geschädigt werden könnte. Die Pupille ist damit die Blendöffnung der Fotokamera. Das Öffnen und Schließen der Pupille bzw. der Regenbogenhaut ist ein natürlicher Reflex. Bei Augenärzten wird dieser Reflex auch gern als „Spiel“ bezeichnet. Ist dieser Reflex nicht oder nur eingeschränkt vorhanden ist das ein wichtiger Hinweis für Ärzte oder sogar die Polizei.

Nach der Iris durchquert das Licht die Linse. Bei der Kamera entspricht die Linse demObjektiv. Das Objektiv einer Kamera setzt sich aus mehreren hintereinander aufgereihten Linsen zusammen, durch die das Licht hindurch strömt. Beim menschlichen Auge trifft das Licht auf nur eine Linse. Die Brechkraft der Linse beträgt etwa + 19 Dioptrien. Anders als man annimmt ist die Linse sogar größer als die Hornhaut. Sie „versteckt“ sich nur mit ihrer Größe im Auge hinter der Regenbogenhaut. Der Durchmesser beträgt meist etwa 16 – 18 mm (Abweichungen bei starker Fehlsichtigkeit sind möglich) und entspricht damit etwas der Größe einer 1 bis 2 Cent Münze.

Nach der Linse folgt beim Auge der Glaskörper, der kaum eine Brechkraft besitzt. Der Glaskörper ist der größte Bestandteil, der das Augeninne ausfüllt. Er besteht aus einer Gelartigen Substanz. In etwa mit einem zähflüssigen Duschgel vergleichbar. Erst danach trifft das Licht auf die Netzhaut. Bei einem analogen Fotoapparat wäre das der Fotofilm und bei der Digitalkamera der Bildsensor. In diesem Bereich wird – egal ob Auge oder Kamera – das Bild erzeugt. Das Licht trifft hier auf einen Brennpunkt und erzeugt zunächst ein Bild, das auf dem Kopf steht. Erst unser Gehirn dreht das Bild wieder um. Bei einer Kamera wird das Bild entweder auf einem Film oder auf einem Speichermedium festgehalten.

Für die Auflösung des Auges sind die Stäbchen und Zapfen in der Netzhaut zuständig. Sie werden beleuchtet und reichen die Informationen an das Gehirn weiter. Die Stäbchen und Zapfen sind in etwa mit Pixel vergleichbar.

Das Auge ist außerdem in der Lage, das Bild scharf zu stellen, indem die Linse gekrümmt wird. Bei der Kamera kann ebenfalls der Fokus durch ein Verschieben der Linse eingestellt werden. Beim menschlichen Auge geschieht das indem die Zonulafasern durch den Ziliarmuskel bewegt werden. Die Zonulafasern sind verantwortlich dafür, dass die Linse in Ihrer Position bleibt und sich dazu ihre Wölbung verändern kann. Sie sind also ein entscheidender Bestandteil für das Fokussieren und damit scharf stellen. Die Linse an sich ist flexibel, aber je älter ein Mensch wird umso mehr lässt diese natürliche Funktion leider auch nach. Dann wird oft eine Brille für die Nähe nötig.

Wie schon erwähnt ist die Netzhaut auch von entscheidender Bedeutung für den Sehprozess. Ein Punkt darauf ganz besonders – die Makula. Auch unter gelber Fleck bekannt. Diese Stelle hat besonders viele Zäpfchen. Ansonsten ist das Verhältnis zwischen Zäpfchen sowie Stäbchen im Rest der Netzhaut (bis auf die Stelle des blinden Flecks) zu gleichen Teilen verteilt. Das macht die Makula so besonders, denn die Zäpfchen sind zum großen Teil auch für unser Farbsehen verantwortlich. Ohne die Makula wäre scharfes sehen unmöglich. Deshalb kann man den gelben Fleck getrost als schärfsten Punkt des Sehens auf der Netzhaut betrachten. Diese Stelle ist im Durchmesser gerade einmal etwa 1,5 mm groß und entspricht damit in etwa der Größe eines Stecknadelkopfes. Tritt hier eine Störung auf ist Gefahr in Verzug, denn die Netzhaut mit ihren Sehzellen gilt als vorgelagertes Gehirn. Sterben Sehzellen ab, ist das endgültig und unwiederbringlich.

Etwa so groß wie ein Stecknadelkopf sind Makula und der Sehnervkopf

Und noch eine Größenangabe, die verdeutlicht, auf welch kleinem Raum so großes passiert: damit das Bild, was das Auge eingefangen hat, im Gehirn ankommt braucht es eine Leitung dahin. Diese Funktion übernimmt der Sehnerv. Im Auge selbst ist nur das Ende dieses Nervs durch die Spaltlampe zu sehen. Dies wird als Sehnervkopf (lat. Papille) bezeichnet. Der Durchmesser einer Papille beträgt ca. 2 mm und ist damit kaum größer als die Makula.

Spannend ist auch die Frage wie das Auge mit Nährstoffen versorgt wird. Normalerweise werden alle Nährstoffe, die der menschliche Körper benötigt, über das Blut transportiert. Doch für das Auge hat sich die Evolution etwas ganz Cleveres einfallen lassen. Würde beispielsweise die Linse durch das Blut ernährt werden, würden wir im wahrsten Sinne des Wortes Rot sehen. Schließlich besteht unser Blut aus dem Farbstoff Hämoglobin. Das wäre aber ein Hindernis für den Weg des Lichts von der Hornhaut bis zur Netzhaut und weiter ins Gehirn. Wie also hat die Evolution das Problem gelöst? Es ist das Kammerwasser. Das Kammerwasser wird durch den Ziliarkörper gebildet. Damit wird die Hornhaut, die Linse und der Glaskörper mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt. Die Regenbogenhaut und die Netzhaut dagegen wird über das Blut, das durch die Venen der Aderhaut (lat. Choroidea) fließt, mit Sauerstoff usw. versorgt. Im Auge existiert sozusagen ein duales Nährstoffversorgungssystem. Das Kammerwasser ist dabei so klar, dass es den Weg des Lichts von Anfang bis Ende nicht aufhält und besitzt zudem auch noch eine geringe Brechkraft von – 2 Dioptrien.

Wenn man darüber genauer nachdenkt ist das Sehen ein sehr kompliziert erscheinender Prozess und doch so einfach. Unser Auge leistet täglich höchste Präzision und wann da etwas aus dem Gleichgewicht gerät, kann das ernste Folgen haben.

Autor: Gesine Fechner
Mithilfe: Frau Prof. Dr. Stübiger
Herr Prof. Dr. Linke
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