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Patienten-Selbsthilfegruppe in Norddeutschland

Gesine Fechner – Uveitis im Norden – Selbsthilfegruppe in Norddeutschland
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Bild auf der Leinwand unmittelbar vor der Begrüßung  © Frau Gertrud Rügert

Nach dem großen Erfolg im Jahr 2022, fand am 13. April 2024 das Format „Mach mal P.A.U.SE. in Hamburg“ im Erika-Haus auf dem Gelände des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) seine Fortsetzung.

Die Organisation für die 2. Ausgabe übernahm wieder Frau Fechner und begann unmittelbar nach Ende der Premiere im Frühjahr 2022. Auch die 2. Ausgabe von „P.A.U.SE.“ wurde in hybrider Form ausgetragen, so dass es möglich war auch weit entfernter lebende Menschen daran teilnehmen lassen zu können. Ja, und was sollen wir sagen? Der Ruf daran teilzunehmen, gelangte sogar dieses Mal bis nach Österreich und in die Schweiz!

Die 1. Ausgabe wurde noch vom Verein Uveitis e. V. in Zusammenarbeit DAK Gesundheit durchgeführt. Gern hätte Uveitis e. V. diese Kooperation weiter fortgeführt, aber das ging aus verschiedensten Gründen leider nicht. Als neuer Partner kam die Deutsche Uveitis Arbeitsgemeinschaft (DUAG e. V.). Sie kümmerte sich anstelle von Uveitis e. V. um die Finanzierung des Events in Kooperation mit der DAK Gesundheit.

Da zu Beginn der Planungen die Sicherstellung der Finanzierung nicht geklärt war, waren dieses Mal auch einige Aussteller (Sponsoren) mit ihren Ständen da. Dazu kam ein Stand der Selbsthilfegruppe (kurz SHG) für Sarkoidose Schleswig-Holstein in Person von Frau Katja Schillhorn im Foyer des Erika-Hauses. Es gab also vor Ort für die Teilnehmer so einiges zu entdecken.

Die Begrüßung erfolgte wieder durch Frau Prof. Dr. Stübiger und Frau Fechner (Leiterin der SHG Uveitis im Norden). Neu an der Seite der beiden Damen war Herr Rügert (1. Vorsitzender der DUAG e. V.), der alle Gäste ebenfalls herzlich willkommen hieß.

Wir erwähnten weiter oben schon, dass Frau Schillhorn als Vertreterin der Selbsthilfegruppe Sarkoidose Schleswig-Holstein mit dabei war. Der Grund für die Anwesenheit Ihrer SHG lag darin, dass bei dieser Ausgabe der Themenschwerpunkt bei den Erkrankungen Behcet-Syndrom und Sarkoidose lag.

Links oben: Fr. Fechner übergibt Fr. Prof. Stübiger einen Blumenstrauß; oben rechts: Fr. Fechner dekoriert den Info-Stand der SHG Uveitis im Norden im Foyer; Bilder untere Reihe: Herr Rügert übergibt Fr. Fechner am Ende einen Blumenstrauß; © Fr. Dr. med. Zabka

Wir möchten hier nur in aller Kürze die Themen der Vorträge und Referenten nennen, die da wären:

Alle Vorträge waren höchstinteressant. Doch so richtig Schwung ins Publikum kam beim Vortrag von Herrn Prof. Dr. Neß. Er berichtete, dass keine Uveitis im Laufe der Zeit ohne Komplikationen bleibt. Dem konnte so ziemlich jeder im Saal und im Livestream zustimmen. In der anschließenden Diskussionsrunde gab es jede Menge Fragen im Saal und auch aus den Teilnehmern im Internet. Es ging sehr lebhaft zu, so dass Frau Prof. Dr. Stübiger, die die gesamte Veranstaltung moderierte, auf den vorgegebenen Zeitrahmen hinweisen musste. Dieser war längst überschritten.

Oben rechts: Frau Claudia Schisler hielt den Patientenvortrag und freute sich sichtlich über ihren Blumenstrauß;  Bild links Mitte und unten Mitte: Prof. Neß sagte zu seinem Referentengeschenk „meins“ und hielt es besonders fest; unten rechts: Frau Stork und Frau Fechner am Info-Stand im Foyer; © Frau Dr. med. Zabka

Die Rückmeldungen zu dieser Ausgabe waren allesamt sehr positiv. Sowohl von der fachlichen Seite bezogen auf die Organisation als auch von Seiten der Betroffenen, die sich zu den Themen sehr lobend äußerten. Wir freuen uns darüber sehr und werden uns weiter dafür einsetzen, dass „P.A.U.SE.“ für alle interessant bleibt.

Alles in allem kamen 93 Teilnehmer mit „an Bord“ zur 2. Ausgabe von „Mach mal P.A.U.SE. in Hamburg“. Das übertraf die kühnsten Erwartungen. Vor 2 Jahren nahmen noch deutlich weniger daran teil. Vermutlich wegen Corona. Manche sagten nach Abschluss ihr Kommen für die 3. Ausgabe schon zu. Die soll im Frühjahr 2026 stattfinden und ist bereits jetzt in Planung. Einen möglichen Termin gibt es bereits. Auch erste Ideen für Themen.

Wir möchten uns ganz herzlich bei allen Teilnehmern für Ihr Interesse und Ihre Beteiligung an diesem Format bedanken. Empfehlen Sie uns bei Gelegenheit gern weiter. Ihre Anregungen werden wir versuchen zu beherzigen. Wir sind weiterhin für Vorschläge und Ideen zu Themen etc. offen.

Der DUAG e. V. in Person von Herrn Martin Rügert und der Frau Reckmann von der DAK Gesundheit sprechen wir an dieser Stelle unser ganz großes Dankeschön aus. Ohne ihre Hilfe hätte das Format „Mach mal P.A.U.SE. in Hamburg“ leider keine Fortsetzung finden können. Viele Dinge kosten Geld und ohne das sind solche Veranstaltungen nicht umsetzbar. Daher war und ist es ein großes Glück, das die SHG Uveitis im Norden solche Partner an seiner Seite weiß. Wir freuen uns schon heute auf die Zusammenarbeit für die 3. Ausgabe in Kooperation mit der DUAG e. V.

Zum Schluss möchten wir allen Referenten ganz herzlich danken. Im Besonderen Frau Prof. Dr. Stübiger, die auch schon während der Planungsphase mit Rat und Tat zur Verfügung stand. Bei Frau Rindfleisch (Sekretärin in der Augenklinik des UKE) und natürlich Herrn Dr. Udo Hennighausen (pensionierter Augenarzt aus Hamburg). Herr Dr. Henninghausen hat uns geholfen die Werbetrommel kräftig in der Fachwelt zu rühren. DANKESCHÖN!

Sollten wir hier noch weitere Helfer vergessen haben, so bitten wir das zu entschuldigen. Auch Ihnen gilt unsere Danksagung. Wir hoffen, dass wir so manchen in 2 Jahren wieder „an Bord“ zu „Mach mal P.A.U.SE. in Hamburg“ begrüßen dürfen.

Autorin:  Frau Gesine Fechner
Bildquellen:  Frau Gertrud Rügert, Frau Dr. med. Karin Zabka
Internet: www.duag.org, www.uveitis-ev.de

Eine Serie über den Aufbau und die häufigsten Erkrankungen und Störungen

2. Teil Farbblindheit und Farbsinnstörungen

„Ey, bist Du farbenblind, oder was?!“. Wer hat diesen Satz nicht schon gesagt und damit seinen Frust, vor allem im Straßenverkehr, seinen freien Lauf gelassen? Für die meisten von uns heißt die Antwort: nein, wir können Farben erkennen.

Für einige wenige Menschen ist das aber trauriger Alltag, Farben nicht gut oder gar nicht erkennen zu können. Es gibt also Farbenblindheit tatsächlich, aber es gibt auch Farbsinnstörungen. Letzteres wird gern mit der Farbblindheit verwechselt.

Farbenblindheit kann angeboren sein oder erworben werden. Menschen, die unter einer Farbenblindheit, auch Achromatopsie oder Achromasie genannt, leiden, können keinerlei Farben erkennen. Stattdessen nehmen sie ihre Umwelt in den unterschiedlichsten Grautönen, schwarz und weiß bzw. in hell/dunkel Kontrasten war. Die gesamten Hell-Dunkel-Rezeptoren (Stäbchen) der Netzhaut übernehmen also die komplette Sehleistung des Auges.

Testtafel zur Prüfung des Farbsehens

Bei der angeboren (okularen) Farbenblindheit ist eine Störung in der Netzhaut ursächlich. Diesen Menschen fehlen die Zapfen, die für das Farbsehen verantwortlich sind, von Geburt an völlig. Diese Zapfen müssten sich eigentlich in der Fovea (Sehgrube/gelber Fleck) der Netzhaut befinden.

Wer unter einer erworbenen Farbenblindheit leidet, hat zwar die für das Farbensehen nötigen Zapfen und könnte theoretisch auch Farben sehen, denn die Voraussetzungen dafür sind vorhanden. Die Ursache für die Farbblindheit liegt dann in einer Erkrankung der Netzhaut, z. B. die altersassoziierte Makuladegeneration, oder in einer neurologischen Störung, die z. B. durch einen Schlaganfall ausgelöst wurde. Das Gehirn kann die Farben nicht mehr richtig verarbeiten und darstellen.

Es gibt auch eine partielle Farbblindheit. Bei dieser Form fehlen der Person die Zapfen, die für diese Farbe „zuständig“ sind. Dadurch ist es aber möglich Farben zu erkennen, wenn auch in reduzierter Weise.

Es gibt darüber hinaus drei verschiedene Farbsehschwächen, die immer angeboren sind.

Die in der Bevölkerung bekannteste Form unter den Farbsehschwächen ist die Rot-Grün-Farbsehschwäche. Sie betrifft etwa 8 % der Männer und nur 1 % der Frauen. Eine Farbsehschwäche kann von wenig bis stark ausgeprägt sein. Wenn die Schwäche eine sehr schwache Ausprägung hat, dann bleibt  sie auch häufig unentdeckt.

Bei allen drei genannten Farbsinnschwächen sind bei den betroffenen Menschen die Zapfen zur Wahrnehmung der jeweiligen Farbe (rot, grün und blau) vorhanden. Doch funktionieren diese Zapfen nicht fehlerfrei. Meist betrifft es eine dieser Farben sehr ausgeprägt. Entweder rot, grün oder blau. Andere Farben können einwandfrei erkannt werden. Einige Personen mit einer Farbsehschwäche können dennoch sehr gesättigte (kräftige) Farben mit ihrer Sehschwäche erkennen.

Wer glaubt, dass er unter einer Farbsehschwäche oder Farbenblindheit leidet, kann das testen (lassen). Es gibt dazu zahllose Sehtest im Internet. Solche Tests sind allerdings nur bedingt geeignet. Endgültige Gewissheit bringt nur ein Besuch bei einem Facharzt. Das ist in solchen Fällen ratsamer als eine Selbstdiagnose. Wie Sie nun erfahren konnten, ist es gar nicht so einfach, jemanden als farbenblind zu bezeichnen. Es gibt hier große Unterschiede und vor allem Ursachen. Das manches Verhalten von Verkehrsteilnehmern nicht in Ordnung ist und es für Frust/Ärger sorgt, ist nur allzu verständlich. Schließlich ist angestauter Ärger auch ungesund. Doch vielleicht überlegen Sie sich in solchen Situationen Ihre Worte noch einmal und verhelfen Ihrem Ärger zu anderen Auswegen. 🙂

Mit so einer Ishihara-Farbtesttafel wird das Farbsehen getestet. Z. B. um den Führerschein machen zu können.

Autorin:      Gesine Fechner
Quellen:     Internet
Geprüft:     Herr Dr. med. Hennighausen (Augenarzt im Ruhestand)
Bildquelle:  iStockphoto.com; Buch: Tafeln zur Prüfung des Farbsinnes/Farbsehens
Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für Ihre Mithilfe/Mitarbeit zu diesem Artikel.

Eine Serie über den Aufbau und die häufigsten Erkrankungen und Störungen

1. Teil – Aufbau der Netzhaut

Der Mensch hat bekanntlich 5 Sinne. Einer davon ist das Sehen und gilt damit eines der wichtigsten. Zumindest aus psychologischer Perspektive, denn es ist möglich ohne Augenlicht zu leben. Allerdings gestaltet sich vieles im täglichen Alltag dann schwieriger.

Das Auge ist für die Aufnahme der Bilder, die wir sehen, verantwortlich. Mit einem Volumen von ca. 6 ½ cm³ ist das Auge recht klein im Vergleich zu den anderen Sinnesorganen. Der Prozess des Sehens kann man in etwa mit einer Fotokamera vergleichen. Wie genau das vonstattengeht, darauf gehen wir hier nicht ein. Nur so viel: es ist ein faszinierendes und komplexes Zusammenspiel der unterschiedlichen Bestandteile des Auges und der Sehrinde in unserem Gehirn.

Wir wollen uns in dieser Folge mit der Netzhaut – auch Retina genannt – des Auges beschäftigen. In diesem Teil möchten wir Ihnen erklären, wie die Retina aufgebaut ist und damit einer der Grundlagen des Sehprozesses geschaffen wird.

Unsere Netzhaut reicht vom Rand der Iris bis hin zum Sehnervkopf – also dem Ein- bzw. Austritt des Nervus opticus. Die Retina hat eine Dicke von ca. 0,1 bis 0,5 mm. Sie ist also etwa so dick wie ein Blatt Papier. Allein dieser Vergleich zeigt, wie unglaublich leistungsfähig unsere Netzhaut ist. Sie bildet die innerste und gleichzeitig hinterste Schicht, auf der die Lichtreize im Auge auftreffen. Von dort wird das Licht in Nervenimpulse umgewandelt. Man kann auch sagen, dass die Retina eine Art vorgelagertes Gehirn darstellt.

Die Retina bildet die innere Auskleidung des Auges. Auf ihr liegt der Glaskörper (Corpus vitreum) direkt an. Nach außen hin liegt der Netzhaut die Aderhaut (Choroidea) auf. Anschließend folgt als äußerste Schicht die Lederhaut (Sklera). Die Choroidea ist für die Nährstoffversorgung der Netzhaut verantwortlich.

Die Netzhaut wird in 2 Teile unterteilt. Da wären:

Die Pars optica bildet den größten Teil der Retina und enthält die Fotorezeptoren. Die Pars caeca dagegen ist, wie der lateinische Name schon sagt, „blind“ und trägt keine Fotorezeptoren. Sie besteht nur aus einem Pigmentepithel und ist an der visuellen Wahrnehmung nicht beteiligt. Die Pars caeca überzieht im vorderen Augenabschnitt die Rückseiten der Iris und die des Ziliarkörpers.

Der Übergang zwischen den beiden Teilen der Netzhaut ist die gezackte Ora Serrata. Dieser Bereich liegt etwa 3 mm hinter dem Ziliarkörper.

Weiter hinten im Auge geht der lichtempfindliche Teil der Retina in den Sehnervkopf über. An dieser Stelle treten die gebündelten Nervenzellen (Axone) der Ganglienzellen durch alle Netzhautschichten hindurch und bilden dort den blinden Fleck. Der blinde Fleck enthält keine Fotorezeptoren. Wir nehmen ihn beim Sehprozess nicht wahr, weil unser Gehirn diesen Bereich automatisch ergänzt.

Es gibt aber auch das komplette Gegenteil auf unserer Netzhaut. Er ist geradezu „überladen“ mit Fotorezeptoren. Es ist der gelbe Fleck (Macula lutea). Ein ovaler Bereich der menschlichen Retina, der ca. 2 mm lang und ca. 1 mm breit ist. In dessen Mitte befindet sich die gefäßreiche Sehgrube (Fovea centralis). Sie stellt den Punkt des schärfsten Sehens dar, denn hier sind nur Zapfenzellen vorhanden. Keine Stäbchenzellen.

Zapfen und Stäbchen sind Fotorezeptoren. Sie sind sehr lichtempfindlich und wandeln die Lichtreize in Nervenimpulse um. Die Stäbchen sind dabei für das Sehen in der Dämmerung und die Zapfen für das Tag- und für das Farbsehen verantwortlich. Weil die Zapfen in so großer Anzahl in der Sehgrube (Macula) vorkommen, ist dieser Bereich auch von größter Bedeutung für das Farbsehen, aber auch für das scharfe Sehen. Andernfalls trüge der Teil der Netzhaut diesen Namen nicht – Punkt des schärfsten Sehens. Bei den Stäbchenzellen dagegen ist kein Farbsehen möglich. Da bekommt das Sprichwort „Nachts sind alle Katzen grau“ eine nachvollziehbare Bedeutung, denn es stimmt tatsächlich.

In jedem Auge hat der Mensch etwa 120 Millionen Stäbchen und ca. 6 Millionen Zapfenzellen. Dazu kommen noch etwa 1 Million Ganglienzellen. Die Ganglienzellen bilden den „Ausgang“ der Retina. Sie leiten die Bilder in den Sehnerv weiter. Dazu gibt es noch die interneuronalen Zellen. Sie verschalten die Fotorezeptoren miteinander. Sie sind also eine Art Steuereinheit, während die Ganglienzellen die „rasenden Kuriere“ sind.

Die Netzhaut verfügt über keine Schmerzrezeptoren und deshalb sind Netzhauterkrankungen in der Regel schmerzfrei. Erkrankungen der Netzhaut gibt es viele. Unser Wunderwerk der Evolution ist sehr empfindlich. Über die häufigsten Netzhauterkrankungen möchten wir in den nächsten Folgen berichten. Bleiben Sie also gespannt.

Autorin:  Gesine Fechner
Quellen: Internet
Geprüft: Frau Prof. Dr. Stübiger (Oberärztin UKE Hamburg), Herr Dr. med. Hennighausen (Augenarzt im Ruhestand)
Bildquelle:  AMD-Netz e.V. (
www.amd-netz.de)
Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für Ihre Mithilfe/Mitarbeit zu diesem Artikel.

Schon mal gehört? Diese oder ähnliche Aussagen? Am Arbeitsplatz oder im privaten Umfeld?

Diesen Bemerkungen sind gerade Patienten mit einer mittlerer oder hinterer Uveitis ausgesetzt

Sind Ihnen die vielsagenden Blicke der Kollegen aufgefallen? Das Gerede – oft hinter vorgehaltener Hand?

Die Kollegen, die ihre Giftpfeile abschießen, sobald sie Mehrarbeit leisten müssen. Und das wegen einer „unsichtbaren“ Augengeschichte. Schnell hat man das Gefühl, „Wiedergutmachung“ leisten zu müssen. Man hat ja schließlich ein Gewissen!

Freilich haben wir alle schon mal einspringen müssen, weil ein Kollege fehlte. Allerdings sind deren Erkrankungen im Normalfall „alltäglicher“.

Mir ist ein Fall bekannt, da wurde einer Frau angeraten zu kündigen, um den Kollegen nicht länger zur Last zu fallen und einem gesunden Menschen Platz zu machen.

Übel ist, dass sich durch das schlechte Sehen Fehler einschleichen. Selbst bei alltäglichen Routinearbeiten kommt es immer wieder dazu – sie fallen dem Betroffenen einfach nicht auf. Sie werden übersehen! Die visuelle Leistung ist schlicht überfordert und die sonst gewohnten Leistungen sind nicht zu erbringen.

Selbst wenn ein Auge gesund ist und der Visus gut ist, können wir dennoch nicht richtig sehen. Es ist nicht möglich, das fehlende Gesichtsfeld von jetzt auf gleich zu kompensieren – auch nicht von jetzt auf nachher. Es dauert einfach seine Zeit.

Bei einem akuten Schub ist es schlicht nicht möglich, zur Arbeit zu gehen. Es kommt unweigerlich zur Krankmeldung.

Die Aussage eines Arbeitgebers war für einen unserer Patienten wie ein Schlag ins Gesicht: „Was heißt, sie sind arbeitsunfähig, sie können momentan nicht gut sehen? Ihr Auge ist entzündet!? Sie haben doch zwei Augen, dann machen sie das eine halt zu!“ Wer in diesem Fall keinen Behindertenstatus hat – der ihm/ihr ein wenig Sicherheit gibt – ist arm dran.

Solche Kommentare und Verurteilungen führen dazu, dass man meint, sich rechtfertigen zu müssen – sich schuldig zu fühlen oder noch schlimmer, sich entschuldigen zu wollen. Nur dafür, dass man nichts sieht am Auge.

Kann man so etwas glauben? Gibt es wirklich solche Unverfrorenheit?

Uveitis-Patienten mit einer vorderen Uveitis können von „Glück“ reden, dass sie ein rotes Auge haben: Jeder kann es sehen! Aber wer hatte nicht schon mal ein rotes Auge? Erklärungen, dass man an einer Uveitis erkrankt ist, kann man sich sparen. Meistens kommt die Frage: „Uveitis – was ist das?“. Auf die Antwort, dass es eine Entzündung im Auge ist, folgt prompt die Reaktion: „Ach ja, das hatte ich auch schon – eine Bindehautentzündung.“

Die Bindehautentzündung wird aus der Unwissenheit oft mit Uveitis gleichgestellt.

Über dem ganzen Übel kreist ständig die Angst um den Arbeitsplatz, so dass der Teufelskreis, der Negativstress verursacht, immer wieder neue Schübe auslösen kann und schwer zu durchbrechen ist.

In der Realität bringen nur wenige Vorgesetzte und Kollegen wirkliches Verständnis und Toleranz gegenüber dem Betroffenen auf.

Toleranz

Toleranz ist nicht nur im Arbeitsleben so eine Sache. Im gesamten Umfeld sucht man als Betroffener danach. Z. B. in der Verwandtschaft. In der Verwandtschaft muss man trennen, zwischen dem engeren Familienkreis und der entfernteren Verwandtschaft. Diese sind nicht wirklich sicher einzuordnen. Da kommt es doch sehr auf das Miteinander an. Doch auch hier heißt es immer wieder: „Aber man sieht ja nichts!“

Auch die Vermutungen, woher denn diese Entzündungen rühren, sind recht vielseitig. Könnte es nicht Zugluft sein, zu viel Fernsehen, zu viel bei schlechtem Licht gelesen, die offenen Fenster beim Autofahren, vielleicht passt die Brille nicht mehr etc. …

Diese Vermutungen haben sich innerhalb meiner Verwandtschaft bis heute – nach 17 Jahren Uveitis – hartnäckig gehalten. In der entfernteren Verwandtschaft dauert es oft viel länger, bis eine Akzeptanz besteht, als es im engeren Familienkreis der Fall ist.

Die Familie bemüht sich, die Krankheit und den Betroffenen zu verstehen, helfend und unterstützend zur Seite zu stehen, was sicher nicht einfach ist. So ist es für kleinere Kinder nicht immer zu verstehen, warum Mama oder Papa nicht rumtoben und mitspielen können, warum sie/er bei schönem Wetter nicht im Garten spielen wollen oder warum kann Mama oder Papa nicht Auto fahren? Es sind schwierige Zeiten für die Familien.

Wie steht es mit Freunden und Bekannten? Anfangs haben auch sie Probleme im Umgang mit der Erkrankung.

„Wie, du kommst nicht mit?“

Sie verstehen nicht, wieso der Kinoabend ein Problem sein kann. Aber wer geht ins Kino, wenn das Leinwandgeschehen nur unscharf und verschwommen zu sehen ist? Oder warum das allwöchentliche Sportprogramm pausieren muss? Ebenso alle anderen normalen Aktivitäten, die ein Uveitis-Patient während eines Schubes hintenanstellen muss.

Jeder Patient reagiert anders auf solche Situationen.

Dazu kommen noch die Nebenwirkungen der verschiedenen Medikamente. Nehmen wir nur das Kortison: Gefühlsschwankungen und schlaflose Nächte durch Kortison kennen wir alle.

Da reicht das Spektrum über „Lass mich in Ruhe!“ bis hin zu „Lass mich nur nicht allein!“ oder „Geh weg, aber halt mich fest!“. Gelassenheit, tiefstes Loch, Übellaunigkeit, Verkriechen oder Hyperaktivität. Ja sogar Zorn! Alle Hochs und Tiefs werden durchwandert. Alles, alles ist vertreten: Depression und Aggression. Gewichtszunahme und Mondgesicht sind dabei nur Äußerlichkeiten, aber sie tragen zum Gemütszustand bei und sorgen unter Umständen wieder für verletzende Kommentare aus unserem sozialen Umfeld.

Unser soziales Umfeld

Es gibt diejenigen, die einen in Ruhe lassen. Was absolut in Ordnung ist und solche, denen ungemein geistreiche Nettigkeiten einfallen, auf die ein Uveitis-Patient so gern verzichten kann.

Geistreiche Fragen voller Zynismus: „Hast Du keinen Führerschein mehr?“ – Autofahren ist halt nicht möglich bei einer akuten Entzündung.

„Du grüßt wohl nicht mehr jeden?“ – Die Gesichter vertrauter Personen erkennt man schon auf geringere Entfernungen nicht mehr.

„Bist Du unter die Super-Stars gegangen?“ – Weil die Sonnenbrille auch an Tagen ohne Sonnenschein nötig ist.

Wenig aufmunternd sind auch die diversen Anspielungen auf das blaue Auge nach einer Kortisonspritze – da wird gnadenlos spekuliert und der vermutete Ehekrach ist da noch das Geringste.

Diese Liste der Anspielungen könnte ich noch lange weiterführen. Wie ich aus Gesprächen mit Patienten erfahre, gibt es Äußerungen, die wir uns kaum vorstellen können.

Leider ist man in diesen Fällen nicht immer schlagfertig genug, oder der Anstand verbietet einem die Antwort. Um diese Kommentare wegzustecken, braucht man ein dickes Fell. Oder es passiert schon mal, dass man seine gute Erziehung vergisst!!!

Doch nicht alle unsere Mitmenschen sind über einen Kamm zu scheren. Doch während eines Uveitis-Schubes sind wir Uveitis-Patienten verletzlicher als im Normalfall. So manche als Scherz gedachte Äußerung trifft uns unerwartet hart. Es gelingt uns nicht, die Späße der anderen zu verstehen. Wir stecken zu tief in unserem Loch.

Jeder von uns fragt sich: Wie geht es weiter? Wie viele Schübe kommen noch? Wie lange machen meine Augen das noch mit und kommt es irgendwann zur Blindheit?

Immer wieder höre ich von Betroffenen, dass sie durch den Verlust von Flexibilität und Mobilität als ungeschickt und tollpatschig hingestellt werden. Schnell wird man auch zum Alkoholiker abgestempelt, wenn durch das schlechte Sehen das Gleichgewicht so gestört ist, dass man beim Gehen ins Taumeln kommt.

Mein persönliches Fazit: Vieles wäre für uns einfacher, wenn die Uveitis den Bekanntheitsgrad einer Erkältung hätte.

Damit die Aufmerksamkeit für Uveitis-Patienten in der Öffentlichkeit weiter geschärft wird, sind Seminare und Informationsveranstaltungen notwendig, um zu informieren, aufzuklären und Patienten wie ihren Angehörigen Mut zu machen.

Autorin: Gaby M., Januar 2018

Lehmann kommt in die Apotheke. Er schleppt sich nur noch so dahin.
„Meine Güte, Sie sehen aber schlecht aus!“, sagt der Apotheker. „Was fehlt Ihnen denn?“
„Ach ja, ich habe eine scheußliche Grippe. Ich kann kaum noch kriechen!“
Apotheker: „Wer verlangt das denn von Ihnen?“

Na, Herr Maier, was macht Ihre Schlaflosigkeit? Ist sie besser geworden?““, fragt der Apotheker.
„Ja, leider, Herr Schulze. Gestern Nacht wurde bei mir eingebrochen und ich habe nach der Einnahme Ihres Schlafmittels nicht das Geringste gehört.“

Jeder kennt das: wenn man eine bestimmte Diagnose bekommt und daraus auch noch Einschränkungen (egal ob physisch und/oder psychisch) davonträgt, traut man sich nicht unbedingt mehr alles zu, was früher selbstverständlich war. Man entwickelt Ängste und ist sogar teilweise übervorsichtig. Doch wie damit umgehen oder gar ändern? Schließlich ist man in bestimmten Situationen doch machtlos, oder?

Machtlos? Nein, nicht unbedingt! Selbstvertrauen kann man trainieren und das im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Möglichkeit sind Selbstverteidigungskurse.

Uns wurde ein erstes Handout dazu zur Verfügung gestellt, dass wir hier gern weitergeben möchten. Man glaubt gar nicht mit welchen einfachen Mitteln das möglich ist. Doch lesen Sie selbst.

Handout Einführung Selbstbehauptung und Selbstverteidigung.pdf

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Wir danken hier ausdrücklich dem Ehepaar Bernhard aus Inzell, die uns den Artikel freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

In Coventry erscheint ein Mann auf dem Polizeirevier und bat, man möge ihm bei der Suche nach seiner Frau behilflich sein. Aus seinen Angaben ging hervor: Sie war ihm vor fast 25 Jahren, am Tag nach der Hochzeit, weggelaufen.
„Und aus welchem Grund forschen Sie erst heute nach ihr?“ fragte man ihn.
„Nun, ich dachte mir, es wäre vielleicht ganz amüsant, wenn wir miteinander Silberhochzeit feiern könnten!“

Vinzenz kommt vom Sportplatz an einer Bank vorbei. Mit einem Fußball in der Hand sagt er zum Kassierer: „Geld her, oder ich schieße!“

„Es wird jetzt ein wenig weh tun,“, sagte der Zahnarzt zu Müller, „aber das geht gleich vorüber. Also beißen Sie die Zähne zusammen und den Mund recht weit auf!“

Wir haben jetzt
eine Vorlesefunktion!

Einfach den Text markieren und auf den Lautsprecher klicken, der nach den makieren erscheint :)

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