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Patienten-Selbsthilfegruppe in Norddeutschland

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Eine Serie über den Aufbau und die häufigsten Erkrankungen und Störungen

4. Teil Epiretinale Gliose

In dieser Folge befassen wir uns mit einer weiteren Netzhauterkrankung, die sicherlich vorwiegend viele ältere Menschen betrifft – die epiretinale Gliose. Auch unter der Bezeichnung Makulapucker zu finden. Dabei bedeutet das Wort „epiretinal“ nichts anderes als „auf der Netzhaut (Retina) gelegen“. Es handelt sich dabei um eine Membran – also eine sehr dünne Zellschicht –, die sich auf der Netzhautoberfläche an der Grenze zum Glaskörper bildet. Vor allem der Bereich des zentralen Sehens um die Fovea bzw. Makula ist dabei betroffen.

Symptome

Doch wie kann sich eine epiretinale Gliose bemerkbar machen? Die Symptome dieser Netzhauterkrankung sind:

  • Verzerrtes Sehen
    gerade Linien (z. B. Fugen von Fliesen etc.) erscheinen wellig, geknickt oder schief
  • Verschwommenes Sehen
    bedingt durch die Abnahme der Sehschärfe
  • Schlieriges Sehen
    Patienten beschreiben immer wieder, dass sie ihre Umgebung wie durch eine klare Plastikfolie wahrnehmen

Viele Patientinnen und Patienten bemerken die epiretinale Gliose erst in einem fortgeschrittenen Stadium. Zu Beginn der Erkrankung sind oft keine Symptome vorhanden, weshalb die Diagnose häufig erst dann gestellt wird, wenn sich die Sehkraft bereits verschlechtert hat.

Ganz wichtig dabei ist zu wissen, dass die Symptome des verzerrten und verschwommenen Sehens auch einem Makulaödem zuzurechnen sind. Insofern lassen die Anzeichen einer epiretinalen Gliose nicht zwangsläufig darauf schließen. Letztendlich kann nur eine Augenärztin bzw. ein Augenarzt eine eindeutige Diagnose stellen.

Ursachen

Die Ursachen einer epiretinalen Gliose sind sehr vielfältig. Meistens entsteht die Erkrankung im fortgeschrittenen Alter ohne erkennbare Ursache. Insbesondere dann, wenn sich altersbedingt der Glaskörper ablöst. Darüber hinaus können andere Augenerkrankungen ein Auslöser dafür sein. Dazu zählen:

  • Risse der Netzhaut
  • Netzhautablösung (Amotio retinae)
  • Diabetische Retinopathie
  • Entzündungen (z. B. Uveitis)
  • Gefäßverschlüsse
  • Augenoperationen

Sollte eine Person unter einer o. g. Augenerkrankung leiden, steigt das Risiko an einer epiretinalen Gliose zu erkranken. Dann kann es auch sein, dass bereits junge Menschen davon betroffen sind.

Diagnose

Die Diagnostik der epiretinalen Gliose beinhaltet eine umfassende Augenuntersuchung mit einem Sehtest, der Augenspiegelung (Ophthalmoskopie) und dem bildgebenden Verfahren optische Kohärenztomographie (kurz OCT). Das OCT stellt dabei eine detaillierte Querschnittsansicht der Netzhaut bildlich dar. Zusätzlich können eine Fluoreszenzangiographie (Untersuchung der Netzhautgefäße mit einem Farbstoff) und eine Gesichtsfelduntersuchung eingesetzt werden, um die genaue Ausprägung sowie mögliche Komplikationen zu beurteilen.

Sehtest in einer Augenarztpraxis

Therapie

Die Bildung einer epiretinalen Membran lässt sich in der Regel nicht verhindern. Eine Behandlung mit Medikamenten gibt es bislang nicht. Beim Fortschreiten der Erkrankung kann man mit einem operativen Eingriff (Vitrektomie) diese Schicht mit einem so genannten sehr feinen und präzisen Peeling zum Großteil entfernen. Peeling bedeutet dabei, dass der Chirurg, die feine Schicht mit Instrumenten von der Netzhaut abzieht.

Eine Vitrektomie als Therapie einer epiretinalen Gliose kommt vor allem dann in Betracht, wenn Patientinnen oder Patienten starke Beschwerden haben. Dabei ist der Zeitpunkt zur Entscheidung für einen solchen Eingriff sehr wichtig. Er sollte nicht zu früh oder zu spät sein. Letzteres aus Gründen des Erhalts des Sehvermögens. Die Operation hat das Ziel das verzerrte, unscharfe und/oder schlierige Sehen zu reduzieren bzw. sogar gänzlich zu beseitigen. Allerdings kann eine Vitrektomie mit Membranpeeling, so die genaue medizinische Bezeichnung des Eingriffs, eine bereits verminderte Sehschärfe nicht oder nur geringfügig verbessern. Die Operation stabilisiert den aktuellen Zustand. Leider besteht nach einer derartigen Operation das Risiko, dass sich erneute eine epiretinale Gliose bildet. Diese Therapieform ist also kein Garant für eine dauerhafte Beschwerdefreiheit.

Was kann man selbst bei einer epiretinalen Gliose tun? Auf jeden Fall sollten regelmäßige Kontrollen in einer Augenarztpraxis erfolgen, denn eine epiretinale Gliose kann eine Netzhautablösung bei Schrumpfung der Membran als Komplikation nach sich ziehen. Daher sind Kotrollen wichtig, um so eine Komplikation erst gar nicht entstehen zu lassen.

Darüber hinaus kann man bei leichten Beschwerden sich hin und wieder mit einem Sehtest „für zu Hause“ selbst testen. Der Amsler-Gittertest ist dabei der bekannteste und am häufigsten verbreitetste.

Ein Mann beim Selbsttest mit einem Amsler-Gitter

Beim Amsler-Gittertest prüft man jedes Auge für sich mit der optimalen Nahkorrektur, indem man den Punkt in der Mitte fixiert und prüft, ob man die dargestellten Linien unverzerrt und vollständig erkennen kann. Sollte bei so einem Selbsttest Auffälligkeiten (Verzerrung und/oder unvollständig erkennbare Linien) festgestellt werden, sollte ein Besuch in einer Augenarztpraxis möglichst zeitnah erfolgen.

Fazit: Die epiretinale Gliose kann praktisch jeden treffen. Warum vor allem ältere Menschen davon vermehrt betroffen sind, hat die Forschung bisher leider nicht herausfinden können. Bei der Therapie gibt es bislang keine, die auf Medikamenten basiert. Es bleibt als Möglichkeit nur eine Operation, die sehr gut beim Zeitpunkt überlegt sein will, denn es handelt sich dabei um einen schwerwiegenden Eingriff für das Auge. Auch sollte bedacht werden, dass ein operativer Eingriff keine Heilung bringt. Das ist für viele betroffene Menschen oftmals keine zufriedenstellende Lösung bzw. Therapie. Oftmals bleibt die verminderte Sehkraft nach einer Vitrektomie mit der weitestgehenden Entfernung der Membran leider auf dem Zustand wie vor der OP oder verbessert sich nur geringfügig.

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Autorin:      Gesine Fechner
Quellen: Internet
Geprüft:     Frau Prof. Dr. Stübiger (leitende Oberärztin UKE Hamburg)
Bildquelle:  iStockphoto.com

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für Ihre Mithilfe/Mitarbeit zu diesem Artikel.

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